Die Grünen

Samstag, 4. Februar 2012

www.gruene-andersrum.at/wien

Grüne Wien enthüllten provisorisches Mahnmal am Morzinplatz

11.11.2008 11:18

 

Grüne Wien enthüllten provisorisches Mahnmal am Morzinplatz

Wir haben am Platz des vermissten Mahnmals der lesbischen und schwulen NS-Opfer einen Rosa Winkel aufgestellt.

1

 

1 / 4

Nächstes Bild   Letztes Bild
 

zur Übersicht

Trotz strömenden Regens versammelten sich vergangenen Freitag mehrere Menschen zu einem Stadtrundgang anlässlich des Gedenkjahres und zur Erinnerung an die Novemberpogrome 1938. An mehreren Stationen wurde an Gräueltaten der Nationalsozialisten erinnert, aber auch aktuelle Bezüge hergestellt. So erinnerten sich die TeilnehmerInnen unter anderem an Frauenverfolgungen in der NS-Zeit und gleichzeitig an Frauendiskriminierungen heute, an Antisemitismus einst und Antisemitismus heute sowie an allgegenwärtigen Alltagsrassismus des 21. Jahrhunderts.

Der Rundgang führte die TeilnehmerInnen auch an den Morzinplatz, wo sich einst das GESTAPO-Hauptquartier befand. Seit vielen Jahren warten Lesben, Schwule und TransGender auf das dort versprochene Mahnmal der trans,- bi- und homosexuellen Opfer der NS-Zeit. Das Projekt wurde vor kurzem von Kulturstadtrat Mailath-Pokorny aufgrund technischer Probleme in Frage gestellt.

Darauf machten auch die (lesbische) SeniorInnensprecherin der Grünen Wien, Birgit Meinhard-Schiebel und ich aufmerksam. Wir erinnerten an den Terror und die Verfolgungen während der NS-Zeit und enthüllten symbolisch ein temporäres Mahnmal in Form eines Rosa Winkels zur Erinnerung an das versprochene Mahnmal der Stadt Wien.

Ich erinnerte daran, dass es zwar keine systematischen Verfolgungen gegeben hat, und der Terror gegen Lesben und - zahlenmäßig vor allem - Schwule nicht mit der Judenverfolgung vergleichbar ist, aber zu keiner anderen Zeit unserer Geschichte die Verfolgungen in einer derart tödlichen Brutalität stattfanden. Homosexualität war vor der NS-Zeit und danach bis 1971 verboten. Daher hatten es diese Opfer besonders schwer, überhaupt als solche anerkannt zu werden. Besonders perfid ist ein noch immer geäußertes politisches Urteil, das bereits in der NS-Zeit galt: Homsoexuelle galten in der NS-Zeit unter anderem auch deshalb als entartet, weil sie - so die Nazis - keine Kinder zeugten. Dieses Argument wird noch immer verwendet, wenn es um die Verweigerung der Gleichstellung geht. Das sollte uns allen zu denken geben.



 

RSS 2.0

IMPRESSUM
Grüne Andersrum Wien
c/o Grüner Klub im Rathaus
A-1082 Wien, Stiege 6
Tel: +43 1 4000 81800
Fax: +43 1 4000 99 81800
andersrum.wien@gruene.at

KOMMENTARE

Dein Kommentar
 

Benützungsbedingungen

Die Kommentare von BenutzerInnen geben nicht die Meinung der Grünen Andersrum wieder. Die Grünen Andersrum behalten sich vor, rassistische, sexistische, diskriminierende, pornografische, nationalsozialistische oder beleidigende Kommentare zu entfernen bzw. den jeweiligen Account zu sperren. Der/Die Benutzer/In kann diesfalls keine Ansprüche stellen.