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Samstag, 4. Februar 2012

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Aids und der Life Ball

16.07.2010 12:17

 

Aids und der Life Ball

Brauchen wir den Life Ball noch? Leider ja, denn der Staat zieht sich zurück. Ein paar Anmerkungen anlässlich der 18. Internationalen Aids Konferenz in Wien.

Mit einem für internationale Verhältnisse sensationellem Event beginnt die 18. Internationale Aids-Konferenz. Sensationelles Event? War da was? Ach, der Life Ball ist schon wieder?
Ja, der Life Ball ist schon wieder und als Wiener vergesse ich auch manchmal über die Einzigartigkeit dieser Charity-Show/Party/Nacht.

Viel Geld wird durch dieses Großereignis in die akut leeren Kassen von Initiativen, Vereinen, Pflegeeinrichtungen und die Aids-Hilfen gespült, damit es den Betroffenen hilft. Natürlich kann man an der Form des Life Balls Kritik üben oder an der Verwendung einzelner Gelder, aber wie immer die Kritik ausfällt, das Schlussfazit wird trotzdem positiv ausfallen. Gut, dass es den Life Ball gibt und gut, dass das Team von Gery Keszler so eine großartige Arbeit leistet. Wie sonst könnten über die Medien alljährlich so viele Menschen erreicht werden, wer hätte gedacht, dass Helfen so viel Spaß bereiten kann.

Weniger großartig ist das Fazit, dass 'Ärzte ohne Grenzen' zieht: Der Staat Österreich hat im Jahr 2001 eine magere Million Dollar in einen Globalen Fonds
gegen Aids eingezahlt. Im Vergleich dazu, so führt Dr. Reinhard Dörflinger, der Präsident der österreichischen Sektion an, habe Irland 160 Millionen und die Niederlande 519 Millionen eingezahlt. Beschämend, für ein so reiches Land wie Österreich - vor allem, wenn ein Land wie Nigeria immerhin 9 Millionen Dollar eingezahlt hat - von dem finanziellen Aufwand im eigenen Land ganz abgesehen.Die Presseaussendung zum Nachlesen findet sich hier.

Aber auch bei der Finanzierung der Aids-Einrichtungen im Inland bewegt sich nichts, die Gesundheitsabteilungen der Länder müssen sparen, es wird bei der Prävention gespart und bei der Pflege von Menschen mit HIV und Aids, denn schließlich gibt es ja den Life Ball.
Doch was, wenn der Life Ball nicht mehr da ist? Wer übernimmt dann die Finanzierung der laufenden Kosten und des Personals? Staatliche Aufgaben auf den Rücken eines privaten Vereines zu wälzen ist auf Dauer keine gute Idee. Es entspricht vor allem nicht dem Solidarprinzip, wenn nur Interessierte den Kampf gegen Aids auch im eigenen Land finanzieren.

Die Austragung der Internationalen Aids-Konferenz in Wien ist ein großes Kompliment an die Stadt und wird ihr viele Einnahmen bringen. Mehr Einnahmen, als benötigt werden würden, den Spritzentausch am Karlsplatz für ein paar Jahre aufrecht zu erhalten. Der wurde jüngst geschlossen und die Stadträtin möchte erst noch evaluieren ob die dann noch bestehenden Stellen reichen. Das ist in meinen Augen keine Option, denn eine Ansteckung mit HIV kann man nicht einfach nach Evaluierung rückgängig machen.

Hier gibt es den Online-Artikel zum Nachlesen.

Trotz allem freue mich auf den Life Ball morgen. Sollte mich jemand suchen - ich bin im Arkadenhof eingesetzt.


Und wer Herrn Stöger und Frau Wehsely persönlich fragen will über die Zukunft von Aids-Projekten in Österreich: Anlässlich des Menschenrechtsmarschs durch die Wiener Innenstadt am 20. Juli werden die beiden als RednerInnen erwartet. Damit nicht nur politische Worthülsen zu hören sind, sondern tatsächliches Engagement geboten wird, dafür sorgt Annie Lennox, die schon länger als Botschafterin für Frauen mit HIV und Aids unterwegs ist. Mehr Infos zu dieser wichtigen Initiative: www.menschenrechtsmarsch.org



 

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