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Freitag, 10. Februar 2012

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Unentschuldbare homophobe Entgleisung aus dem Büro des dritten Nationalratspräsidenten

25.02.2010 13:29

 

Unentschuldbare homophobe Entgleisung aus dem Büro des dritten Nationalratspräsidenten

Auf Website wird gegen Lesben und Schwule gewettert.

Im Newsletter von Martin Graf und auf der Website "www.unzensuriert.at", die vom Büroleiter des dritten Nationalratspräsidenten betrieben wird, wird wieder gegen Lesben und Schwule gewettert. In einem Blogbeitrag wird höhnisch auf das "Pride House" eingegangen. Das Haus wurde für lesbische und schwule SportlerInnen sowie BesucherInnen der Olympischen Winterspiele in Vancouver als Beitrag gegen Homophobie im Sport und für mehr Akzeptanz eingerichtet. Im Grafschen Beitrag wird den "Antidiskriminierungs-Propagandisten" - damit meint er lesbisch-schwule Verbände - vorgeworfen, sich in eine "Parallelgesellschaft" zu begeben. Weiter: "Das permanent gebrüllte Kampfwort 'Diskriminierung' ergibt so nur noch von den Homos ausgehend einen Sinn."

Für mich stellt der Beitrag eine unentschuldbare homophobe Entgleisung dar. Martin Graf ist Eigentümer von "www.unzensuriert.at" und bewirbt den Beitrag in seinem Newsletter. Graf negiert somit nicht nur das Problem Homophobie in der Gesellschaft, sondern erklärt Lesben und Schwule selbst zum Problem der Gesellschaft. Dieser Täter-Opfer-Umkehr ist abscheulich, gemeingefährlich und stellt alle Bemühungen der letzten Jahrzehnte, für ein respektvolles Miteinander und für mehr Aufklärung zu sorgen, in Frage.

Namentlich greift "www.unzensuriert.at" vor allem den österreichischen Verein "agpro - Austrian Gay Professionals" an, einem Verein schwuler Unternehmer, Führungskräfte und Freiberufler, an. Gerade agpro hat viel zu einem gesellschaftspolitisch offenerem Klima in der Wirtschaft beigetragen, hat Preise für Unternehmen initiiert und bietet konkrete Angebote für Diversity Management an.

Ich fordere Martin Grafs Rücktritt. Die Funktion des Nationalratspräsidenten ist mit diesen Äußerungen unvereinbar. Martin Graf muss sofort zurücktreten. Ich fordere auch SPÖ und ÖVP auf, nicht mehr tatenlos zuzusehen, wie ausgrenzendes und menschenverachtendes Gedankengut im Nationalrat beim höchsten Repräsentanten salonfähig wird. Die Regierungsparteien sollen die Grünen endlich unterstützen und eine Abwahl von Martin Graf ermöglichen!



 

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