Die Grünen

Freitag, 10. Februar 2012

www.gruene-andersrum.at/oesterreich

Homosexualität und Schule

19.03.2008 14:22

 

Homosexualität und Schule

Homosexualität ist an Österreichs Schulen kein Thema. Das wollen wir mit unserer österreichweiten Kampagne "Total Normal" ändern.

Lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Jugendliche sind in der Schule vielfach mit Homophobie konfrontiert, sei es durch die Verwendung von homophoben Schimpfwörtern bis hin zu Mobbing und Gewalttaten.

Dazu haben wir Unterrichtsministerin Schmied dazu eine parlamentarische Anfrage gestellt. Ihre Antwort zeigt deutlich: Homosexualität ist an Österreichs Schulen kein Thema. Homosexualität wird offensichtlich nach wie vor als Anhängsel der Sexualkunde betrachtet. Die besondere Sensibilität des Themas, die psychische Belastung von Jugendlichen auf Grund einer homophoben Grundstimmung spielen für das Unterrichtsministerium keine Rolle.

Tatsächlich lässt, neben der nichtvorhandenen Verankerung in den Lehrplänen, das Unterrichtsministerium auch das Know-how von ExpertInnen und Organisationen brach liegen. Es gibt keine organisierte Zusammenarbeit mit NGOs, obwohl das Unterrichtsministerium selbst keine Erkenntnisse über die Lebenssituation von lesbischen, schwulen, bisexuellen oder transgender Personen an Schulen hat.

Wir fordern deshalb:

  • Verankerung des Themas Homosexualität und gleichgeschlechtliche Lebensweisen in den Lehrplänen und in der LehrerInnenausbildung
  • Zusammenarbeit mit ExpertInnen und Vereinen zur Aufklärung und Unterstützung der SchülerInnen
  • Aufstockung der Budgetmittel für Schulprojekte zum Thema Lesben und Schwule

Schulkampagne "Total Normal"

Für mehr Sichtbarkeit für lesbische, schwule und bisexuelle Jugendliche sowie mehr Offenheit der heterosexuellen Jugendlichen gegenüber ihren AltersgenossInnen starten wir die Kampagne "Total Normal". Sie soll vor allem Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren in allen Bundesländern ansprechen.

Dazu haben wir eine lesbische und eine schwule Foto-Love-Story im Stile eines Bravo-Heftes produziert, die an den Schulen, in Jugendzentren und überall, wo sich Jugendliche aufhalten, verteilt wird.

Und wir wollen den Druck auf gesetzliche Gleichstellung erhöhen: Seit Monaten feilschen Justiz- und Familienministerin um ein Partnerschaftsgesetz – aber für Lesben und Schwule herrscht gesetzlicher Stillstand. Dieser Mangel an gesetzlicher Akzeptanz gibt Jugendlichen das Gefühl, selbst mit ihrer lesbischen oder schwulen Orientierung nicht akzeptiert zu sein und erschwert das Coming-Out.

Website Total Normal

Neben der Foto-Love-Story gibt es auf total-normal.at jede Menge Information für Jugendliche über Lesbischsein, Schwulsein und Bisexuellsein. In einem nächsten Schritt wird die Website aber auch zu eigener Aktivität anregen, indem Materialien für den Schulunterricht bereitgestellt werden. SchülerInnen können das Material (Fragebogen, Modellbeispiele etc) downloaden und ihre LehrerInnen zur Arbeit damit anregen. Auch LehrerInnen können das Material dort holen und in ihre Arbeit einbauen. Die Website soll Möglichkeiten zur Vernetzung bieten und weiterführende Links enthalten. Die Online Foto-Love-Story hat mehrere unterschiedliche Enden und die LeserInnen können ihr eigenes Ende hochladen. 



Downloads

 

RSS 2.0

IMPRESSUM
Grüne Andersrum Wien
c/o Grüner Klub im Rathaus
A-1082 Wien, Stiege 6
Tel: +43 1 4000 81800
Fax: +43 1 4000 99 81800
andersrum.wien@gruene.at

KOMMENTARE

Dein Kommentar
philipkopal meinte am 19.03.2008 Antworten

Fortsetzung3: ...wird.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine Bestärkung hin zu einem un-normalen Selbstverständnis, zusammen mit reichlich Kritik an Normalität und Verständnis der Wirkungsmechanismen alles „Normalen“, und nicht eine heitere Ermunterung zum Mitspielen im Zirkus der Ausgrenzungen und Selbstmanipulationen Thema eines LesBiSchwulTransQueeren Schulprojektes sein muss! Mit lieben Grüßen, P.K.

philipkopal meinte am 19.03.2008 Antworten

Fortsetzung 2: ...Strukturen, die genau die Ungerechtigkeit, gegen die diese Initiative ankämpfen will selbst hervorgebracht hat. Das Wort Normal macht ihr nicht zu dem, was es zu bekämpfen gilt, sondern ausgerechnet zur headline eures gesamten Projektes. Auf dieser gänzlich systemkonformen und rechtfertigenden Schiene lauft ihr Gefahr, den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben und die Grünen Andersrum zu einem weiteren, erschreckend konservativen Rädchen des gesellschaftlichen Apparates zu machen, dessen Opposition sie eigentlich darstellen sollten. Die Botschaft, die das Projekt total normal vermittelt ist unglücklicher Weise kein selbstbewusst forderndes Selbstverständnis, sondern eben nur ein trauriges und wenig ermunterndes "total normal".
Mir stellt sich die Frage, was mit den nicht-total-normal-sein-wollen- den (-könnenden) kids passiert, also ob auch diesen (im Sinne von Normalität) ein abgezäuntes Fleckchen am Rande des organisierten Zusammenlebens zugestanden...

philipkopal meinte am 19.03.2008 Antworten

Fortsetzung 1: ...die nach ihrer Durchsetzung wiederum Ausgrenzungen schaffen und andere(s), also eine Vielfalt an identitären Selbstempfindungen, Selbst-Verständnissen und Lebensentwürfen erstens total un-normal zurück lässt. Normal - dieses Wort beherbergt Beklemmendes und kann genau das nicht erreichen, was eure Intention sein muss, nämlich eine Bewusstseinsöffnung als Ziel. Ziel muss die Vermittlung der Funken zur Initialzündung sein, das gesellschaftliche Korsette aufgebrochen werden können und herrschende Normen nicht erweitert, sondern schärfstens analysiert, und die Normalität samt ihrer Begleiterscheinungen radikal in ihrer blockierenden, trägen Existenz mit der Realität konfrontiert werden muss, auf dass sie ihre Selbstverständlichkeit verliert. Bewusstsein über die Tatsächlichkeit und vor allem Notwendigkeit von Pluralität muss geschaffen werden.
Auf was eure Initiative zielt ist keine Bewusstseinsöffnung, sondern sie bewegt sich munter weiter in denselben...

philipkopal meinte am 19.03.2008 Antworten

Bei allem Respekt für das Aufgreifen dieses Themas, aber was genau nicht passieren darf, schafft die Initiative „total normal“ von den Grünen. Normal klingt für so manches Ohr vielleicht verzückend, die Grünen sind jedoch gerade dabei, unsere hübsche heterosexuelle Ordnung durch eine ebenso hübsche homosexuelle Ordnung zu erweitern. Was ihr hier präsentiert, ist ein erschreckend konservatives, normatives Bildungsanliegen, wenn es auch verpackt in ein gut gemeintes Projekt sein mag!
Anzustreben wäre eine Überschreitung des Horizontes und bekannter Schemata, aber an Stelle von Normalitätskritik und Bestärkung zum Widerstand gegen diese Normalität, preist ihr eine neue Normalität als "total normal" an. Um Himmels Willen.
Es darf eben KEINE Einführung in weitere Dichotomien und normalisierte Lebensentwürfe stattfinden, es soll KEINE Erweiterung heterosexuell-dichotomen Denkens erreicht werden, es darf KEINE Erweiterung um (diesmal) homosexuelle Dichotomien geben,...

amal meinte am 19.03.2008 Antworten

ich halte es fast für wichtiger das österreich selbst, lesbische, schwule oder einfach "andere" beziehungen als das herkömmliche "vater-mutter-kind" bild anerkennt. erst wenn das passiert macht es meiner meinung nach sinn über so etwas nach zu denken. solang es für die menschen noch "psychisch krank" oder "abartig" wenn nicht sogar "ein grund im höllenfeuer zu landen" ist schwul oder lesbisch zu sein und der staat nicht zumindest ein minimum hinter einem steht..... naja....

dukarius meinte am 19.03.2008 Antworten

Diese Forderung ist sehr wichtig, obwohl: Thema ist Homo-/Bisexualität natürlich schon an den Schulen (siehe total-normal-website), weshalb man damit nicht jungfräuliches Terrain betritt. Ich selbst war Hauptschüler und warne vor plakativen Verniedlichungen ala Bravo-Heft. Die Kids sind weiter, als sie glauben.
Des Weiteren müsste die Wurzel des Chauvinismus in die Kampagne mit einbezogen werden und diese liegt meist bei den (OK-aber-mein-Kind-nicht-)Elte- rn.

 

Benützungsbedingungen

Die Kommentare von BenutzerInnen geben nicht die Meinung der Grünen Andersrum wieder. Die Grünen Andersrum behalten sich vor, rassistische, sexistische, diskriminierende, pornografische, nationalsozialistische oder beleidigende Kommentare zu entfernen bzw. den jeweiligen Account zu sperren. Der/Die Benutzer/In kann diesfalls keine Ansprüche stellen.